Singapur. Schön sauber bleiben!
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Der neonbeleuchtete Raum in Chinatown, in dem Gho Chias Soon gelangweilt Berge von Souvenirs abstaubt, ist eng. Voll von buntem Schnickschnack, made in Taiwan, Malaysia oder Indien, wie er auch in Dutzenden anderen Läden feilgeboten wird. Bis vor wenigen Jahren, erzählt der 76-Jährige, habe er seinen Lebensunterhalt noch im Schatten der Passagen traditioneller Shoppinghouses als Handleser und Kalligraph verdient. Die Kunden, oft westliche Touristen, schauten ihm fasziniert bei der Anfertigung der Glücksrollen über die Schulter, ohne die verschnörkelten Schriftzeichen überhaupt zu verstehen. Aber das war unwichtig. Die Attraktion lag im Zauber des Geheimnisvollen, in der Mystik Asiens, die sich golden auf scharlachrotem Papier darbot. „Doch dann wurde auch Chinatown vom Sanierungsraptus der Stadtväter erwischt“, erzählt er. Gho Chias Soon musste wie die meisten Künstler Klappstuhl, Farben und Pinsel einpacken und verschwinden. Jetzt geht er seinem Sohn beim „Verkauf seelenloser Gegenstände“ zur Hand. „Der exotische Charme Chinatowns gehört für immer der Vergangenheit an“, resümiert der alte Mann. Singapur ist zweifellos die erstaunlichste Metropole Südostasiens. Eine Stadt im ständigen Wandel. Seit Erreichen der Unabhängigkeit 1965 hat sich der Stadtstaat am Ende der malaiischen Halbinsel vom kolonialen Entwicklungsland zum bedeutendsten Handels- und Dienstleistungszentrum des Kontinents entwickelt. Der Hafen gehört zu den größten und modernsten Umschlagplätzen der Welt, der Flugplatz zu den schönsten. In Asien geht’s nur noch den Japanern besser. Der Wohlstand der inzwischen auf fünf Millionen Einwohner angewachsenen Stadt ist auf Schritt und Tritt zu sehen: in den exklusiven Wohnvierteln, wo Botschafter und Top-Manager residieren, in den schicken Luxus-Restaurants und Winebars am Stadtrand und vor allem in der Orchard- und Scotts-Road, Singapurs brodelnden Shopping- und Flaniermeilen, wo’s in gigantischen, klimatisierten Malls alles gibt, was die Welt zu bieten hat. Die „Löwenstadt“ produziert nichts selbst. Sie lebt ausschließlich vom Handel. Gucci, Armani, Vuitton, Versace, Rolex und die zahlreichen Hifi-, PC- und Fotogeschäfte trotzen offensichtlich der Wirtschaftskrise, die auch die „Tigerstaaten“, wie sich die aufstrebenden asiatischen Länder selbst gern nennen, erfasst hat ... Lust auf die komplette Singapur-Reportage von Sigrid Mölck-Del Giudice? Dann bestellen Sie jetzt die aktuelle Ausgabe des Magazins eurocity (1/10) oder am besten gleich ein Jahresabo um nur 7,99 Euro bei unserem Leserservice (Tel. 01/740 95-466 oder per Fax 01/740 95-477). |
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